Sonntag, 28. Oktober 2012

Bilinguale Spracherziehung und Bilder


Jetzt hats mich auch erwischt...
Blöde Erkältung. Irgendwie komm ich der jedes Jahr nicht aus.
Ich lieg also derzeit dick eingepackt mit unzähligen Packungen von Taschentüchern auf meinem Futon und versuche mich auszuruhen, während meine Kinder kreischend auf mir rumturnen. Erholung pur :D :D


Weil einige von euch jetzt schon öfters mal gefragt haben, ob wir unsere Kinder bilingual erziehen, dachte ich mir, dass ich das einfach mal in einem Post kurz anspreche.
Ja, wir erziehen unsere Kinder bilingual.
Eigentlich geht das bis jetzt ziemlich einfach.
Meine Familie und ich sprechen mit unseren Mäusen Deutsch, während mein Freund und seine Familie mit ihnen auf Japanisch kommunizieren.
Das funktioniert auch super.
Gut, Hiro kann noch nicht sprechen, aber wir bilden uns ein, dass er beides versteht.
Da mein Freund und ich uns hauptsächlich auf Englisch verständigen, versteht Aya auch viel Englisch. Nur sprechen tut sie es weniger. 
Lustigerweise spricht sie aber mit mir ausschließlich auf Deutsch und mit Eiji auf Japanisch.
Wobei allgemein im Moment natürlich Japanisch überwiegt.
Der einzigste "Nachteil" (falls man das überhaupt so nennen kann) der besteht ist, dass sie etwas langsamer mit dem Sprechen sind / sein werden, als ander Kinder in ihrem Alter.
Darauf haben uns aber die verschiedensten Ärzte schon hingewiesen.
Das liegt daran, dass ihr Sprachzentrum im Gehirn doppelte bis dreifache Menge an Arbeit leisten muss... Und logischerweise dauert es somit auch bisschen länger, als jetzt bei Kindern, die nur einsprachig aufwachsen.
Wir sind sehr zufrieden damit und können es jedem anderen interkulturellen Paar nur empfehlen, es mit der bilingualen Spracherziehung zu versuchen!!



Und damit dieser Post jetzt nicht so ganz bilderlos ist, noch ein paar Bilder aus unserer Gegend hier in Japan.
Wir sind vor ein paar Tagen ein bisschen herumgefahren und ich hab meine Kamera mitgenommen, damit ich euch das eben ein bisschen zeigen kann...


Polizeibox
ehemalige High School meines Freundes


In letzter Zeit haben mein Herzensmann und ich sehr sehr viel zu besprechen und nachzudenken...
Grob gesagt geht es darum, wie wir unsere Zukunft gestalten...
Und eins sag ich euch.. Einfach ist das nicht :D

Ich wünsche euch allen einen wunderschönen Sonntag


Mittwoch, 24. Oktober 2012

Ernte

Seit dem ich hier in Japan lebe, habe ich gelernt die Natur mit ganz anderen Augen zu sehen.
Das liegt wohl vor allem daran, dass wir hier auf dem Land leben. Sehr auf dem Land. Wir haben nicht einmal Strassenlaternen in unserem Dorf. Da ist es Nachts stockdunkel.
Hier gibt es Schlangen, Wildschweine, Bären und "Tanuki" (Waschbärhunde) und vieles mehr.
Um uns herum ist alles voller Reisfelder, Wälder und kleinen Äckern.
Die Großeltern und Vorfahren meines Herzensmannes waren allesamt Reis-/Bauern.
Seine Oma bestellt sogar immernoch die kleinen Felder um unser Haus herum. Ganz unglaublich finde ich das, weil sie über 90 Jahre alt ist (!), ihr eigentlich schon alles weh tut und sie ohne ihren Stock auch schon gar nicht mehr laufen könnte. Trotzdem arbeitet sie jeden Tag von früh Morgends bis Abends. Alles mit Hand und anscheinend ganz viel Liebe. Denn sie möchte das. Es hält sie jung. Geistig und körperlich.

Diese Jahr wurden zum Beispiel Wassermelonen, Salat, Kartoffeln, Karotten, Süßkartoffeln, Weisskohl, Spinat, Auberginen, Gurken, Zwiebeln, Tomaten, Knoblauch, Chilischoten, grüner Paprika, Kürbisse, Bohnen, Erbsen, Kaki, Erdbeeren, Mais, Rettich, Frühlingszwiebeln und Lauch angebaut.
Früher hat sie auch noch einen großen Teil davon verkauft.
Jetzt wird es entweder verschenkt oder eben von uns verwertet.
Natürlich lassen wir sie nicht alleine schuften und haben ihr beim umpflügen, sähen und ernten geholfen


Ich habe in letzter Zeit mal ein paar Fotos gemacht, weil ich es so faszinierend finde.




Ich bin zwar auch auf dem Land aufgewachsen, aber so einen Bezug zur Natur hatte ich noch nie.
Ich habe wirklich unheimlich viel gelernt und finde es immernoch faszinierend und spannend.
Ich bin auch total glücklich, dass meine zwei Kleinen so nahe zur Natur aufwachsen können.
Auch wenn es für mich vielleicht manchmal langweilig und etwas schwieriger ist...


Achja, es steht fest, dass wir Weihnachten und Neujahr in Deutschland bei meiner Familie verbringen werden. Ich freue mich schon so sehr darauf!
Wir müssen nur noch einen bezahlbaren Flug finden... Wird irgendwie immer teurer...

VIELEN DANK FÜR 141 LESER! Ich freue mich über jeden Einzelnen von euch so sehr!

Und Aya wird nächsten Monat schon 3.... Wie die Zeit vergeht... .____.

Habt einen schönen Tag, meine Lieben!


Donnerstag, 18. Oktober 2012

Blogauszeichnung von Easyvoyage

Am Anfang des Monats erhielt ich vom Onlineportal Easyvoyage eineNachricht, dass sie gerne meinen Blog auszeichnen - und in ihrem Blogverzeichnis für Japan verlinken würden.

Easyvoyage ist ein Reiseportal, welches nach Ländern sortiert ist und wo man tolle Reiseinformationen, Hotelbewertungen , Serviceangebote und vieles mehr für die Reiseplanung finden kann.

Mein Blog wurde als "Bester Blog" in der Kategorie Reisen Japan ausgezeichnet.


Ich habe mich natürlich sehr über diese Auszeichnung gefreut!

Vielen lieben Dank an das Onlineportal Easyvoyage!

Montag, 8. Oktober 2012

Herbst

Jetzt ist auch bei uns Herbst.
Der Reis ist geerntet, überall sind Libellen zu sehen und die Tage sind mittlerweile nicht mehr so heiss...


Und ich habe meine Haare wieder dunkler gemacht. Zwar sind sie jetzt noch nicht so dunkel wie meine Naturhaarfarbe, aber ich fühle mich einfach viel wohler und viel natürlicher.


 Hier noch einmal der Vergleich:


 Meine Haare haben noch nicht überall gleichmäßig die Farbe angenommen, aber das ist ok für mich. Dauert eben ein bisschen, bis die Farbe eingelagert ist.
Die Friseurin meinte noch ein-/ zweimal drüber und dann dürfte es überhaupt nicht mehr sichtbar sein.
Sieht man eh nur, wenn man ganz ganz genau hinsieht.


Habt eine schöne Woche, meine Lieben ❤

Dienstag, 2. Oktober 2012

matsuri

Am Sonntag war in unserem Dorf Herbst Matsuri
 Dieses Matsuri war ein Shintō Fest und als Dank für die Reisernte gedacht.
Man kann es in etwa mit einem "Erntedankfest" vergleichen.
Der Ablauf dieses Festes war erst der Zug der Trommeln, Fabelwesen und aller anderen Beteiligten durch das Dorf zum Schrein, wo dann mit Tänzen und Musik gefeiert wurde,  die Priester ihren Segen gaben und dann als Highlight der Mikoshi Schrein durch das Dorf - und von Haus zu Haus getragen wurde.
Ausserdem gab es reichlich Sake, Bier, gegrillten Fisch, Yakisoba, etc. - und sogar Sumo Wettkämpfe wurden ausgetragen.

 Ich habe es doch tatsächlich geschafft, meine Kamera mitzunehmen, und euch ein paar Eindrücke festzuhalten. (Vorsicht, Bilderflut!)

Eiji war der Tengu
 
Hiro piekst den Tengu... Eigentlich ist es ja anders rum ;) (Wenn der Tengu einen piekst, dann bringt das Glück)

video
Leider hört sich das auf dem Video nur nach "Krach" an, weil man im Hintergrund sehr stark auch noch die anderen Trommeln und Gongschläge hört. Ich weiss auch nicht, warum sie die "Messe" und die Trommeln gleichzeitig gemacht haben... (Die Trommeln und die Tänze der Kinder habe ich auch noch gefilmt, aber ich kanns hier leider nicht hochladen... .___.)


Die Mikoshi wird nun von Eiji und 3 anderen Männern des Dorfes von Haus zu Haus getragen, was Glück bringen soll.
Die Priester beten zu Kami-sama in der Mikoshi


  video
f
Alle maschieren wieder hoch zum Herz des Schreins um die Sumo Wettkämpfe zu sehen...
Hier hab ich mich dann ausgeklinkt, und bin mit meinen zwei müden Mäusen wieder zurück nach Hause.
Zwar waren sie beide schon ewig totmüde (vor allem Hiro), aber es war doch alles zu interessant und zu aufregend um wie gewöhnlich auf dem Arm oder im Kinderwagen einzuschlafen....

Zur Feier des Tages gab es bei uns Sushi.
Eiji war noch ewig mit dem Mikoshi Schrein unterwegs und ist erst am Abend zurückgekommen.
Mit ihm die 3 anderen eh schon sehr angetrunkenen Mitträger...
Nun war es meine Aufgabe (nachdem Eijis Mama beim Arbeiten war), während Kami-sama in Form eines Shintai in unserem Hausschrein verweilte, die Gäste zu bewirten.
Es gab Saft, Bier, Tee, Weintrauben, Schokolade und andere gute Sachen zur Stärkung.
Eigentlich wurden großteils nur der Tee (von Eiji) und das Bier (von den 3 anderen Männern) angerührt. 
Wie sie den Mikoshi Schrein wieder heil zum Schrein zurückbrachten ist mir ein Rätsel...

Ich fand das Matsuri total interessant, und ich bin echt begeistert, was unser wirklich winziges Dorf auf die Beine gestellt hat!